Der Intensivleser verbraucht viel mehr Kalorien als beispielsweise ein Vorstandsvorsitzender. Er kann sich verwertbare Kohlehydrate verschaffen, indem er die Buchrücken heraustrennt und die Leimbindung auskocht. Das mindert den Lesegenuss und sättigt nur kurzzeitig, also wird früher oder später das Thema Lebensmittel in Umsonstläden relevant. Dazu gibt es unterschiedliche Ansichten, wie die Versionsgeschichte des Wikipedia-Artikels “Umsonstladen” zeigt. Die Verderblichkeit allein begründet nicht, Lebensmittel im Umsonstladen abzulehnen. Das Organische folgt dem Gesetz der Vergänglichkeit zu Hause wie auf dem Verschenktisch. Es wirkt sich positiv aus, mit mehreren Leuten Sachen zu organisieren, die Sorge verlangen. Denn so kann sich aus dem Nebeneinander ein sinnvolles gemeinschaftliches Handeln bilden. Verschiedene Arten der Beteiligung am Laden, nämlich Bringen, Mitnehmen, Aufräumen und ”Organisieren” müssen aufeinander abgestimmt werden. Es fängt damit an, dass keine/r Dinge in den Laden trägt, die giftig sind oder bloß die Mülltonne des selbstverwaltenden Projektes bereichern. Fleischessende und Antispes müssen sich einigen. Dann muss jemand darauf achten, dass die Sachen rechtzeitig weg kommen, eventuell Leute ansprechen (WGs, Wagenplatz etc). Der Restabfall könnte einen Komposthaufen speisen (haben wir im JuZI-Garten). Die Tafeln sind wenig flexibel bei Überangeboten, und U-Läden erreichen ein anderes Publikum, es kann daher sogar sinnvoll sein, gelegentlich Lebensmittel von Tafeln in den Laden zu bringen.
Lebensmittelverbote kommen meist mit formalistischem Nachdruck daher, etwa als ”gesetzliche Hygienevorschriften”. Doch eine Regel sollte in jedem gut funktionierendem Projekt gelten: Formale Argumente sind nebenrangig.